Stephan Zinner begeistert im Festsaal Reit im Winkl am 4. Mai 2019

Muss Alexa im Schlafzimmer mithören? Soll der Leberkäse Ernährungstrends angepasst werden? Und warum gibt es im Bio-Markt keine Bierkisten? Diese und viele weitere Fragen stellte der Kabarettist Stephan Zinner bei seinem Auftritt im Festsaal im Rahmen des Jubiläumsjahres des Reit im Winkler Theatervereins. Beantwortet wurden sie in einmaliger humoristischer Weise von Zinner selbst, mal indem er sich und seine Protagonisten mit viel Wortwitz imitierte, mal indem er Lieder über die wichtigen Fragen dieser Welt zum Besten gab. Keineswegs monoton war die musikalische Aufarbeitung, denn von Country über Blues bis Rock zeigte der aus Trostberg stammende Wahlmünchner seine Qualitäten an der Gitarre und im Gesang, stets mit urbayerischen Texten. Unterstützt wurde er vom Peter, der teils gleichzeitig Tuba, Schlagzeug, Zither und E-Sax spielte und - wenn er nicht gerade las oder schlief - den Plattenspieler für Chef Zinner bediente. Ein Rockstar wollte er werden, der Zinner, damit ihm das Tor zur Damenwelt weit offensteht. Doch waren es wahrscheinlich die Knieschützer, um sich nicht zu verletzen und die Showeinlage am Kirchenaltar, die ihm den Weg zum musikalischen Ruhm verbauten. In der Damenwelt hatte er doch noch Erfolg, denn er sei verheiratet mit einer Ärztin, diese wäre zwar aus Ostdeutschland, aber das könne halt mal passieren. Sie und die gemeinsamen Kinder liefern ihm viele Anekdoten, die er äußerst unterhaltsam vortrug. Und es erkannten sich bestimmt einige der begeisterten Zuschauer wieder in seinen Geschichten über Barista-Kaffeegenießer oder Grundschulmütter-Whats-App-Gruppen, das wie er meinte „ultimative Böse“.Einer der vielen Höhepunkte war, als Zinner die Söder-Perücke präsentierte, die er seit Jahren trägt um den Landesvater beim Nockherberg zu verkörpern. Allzu politisch wurde er nicht, aber es würde ihm nichts ausmachen, wenn er im nächsten Jahr nicht mehr den Söder mimen müsste, dann spiele er halt die Merkel. Die teils von weit her gereisten Zuschauer im Festsaal Reit im Winkl provozierten mit tosendem Applaus einige Zugaben vom Zinner, der schließlich nach fast zwei Stunden mit einem Heavy-Metal-Song das Comeback des „Rüscherls“ forderte. Als letztes Lied wählte er eine laute krachende Nummer, weil die Besucher dann keine Lust mehr auf weitere Zugaben hätten. Doch dem langanhaltendem Schlussapplaus nach zu urteilen, bekamen die Gäste nicht genug vom Multitalent Stephan Zinner.


 
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Spielstätte: Festsaal Reit im Winkl
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